Aus der
öffentlichen Sitzung des Verwaltungs-, Sozial- und Fremdenverkehrsausschusses
Bikepark
Bad Wildbad
In
Auszügen den kompletten Bericht entnehmen Sie bitte der gedruckten Ausgabe
Die
ersten drei Tagesordnungspunkte befassten sich mit dem Thema Bikepark Bad
Wildbad. Im Rahmen des ersten Tagesordnungspunktes wurde der aktuelle Sachstand der
Vorbereitungen für die anstehenden Events Deutsche Meisterschaften im Downhill vom
7. bis 9. September und der Wildbadmarathon vom 28. bis 29. Juli
dargestellt. Ordnungsamtsleiter Frank-Olaf Wilhelm erklärte, dass die Vorbereitungen auf
vollen Touren laufen und beispielsweise schon Gespräche mit den Sicherheitskräften
geführt wurden. Alle Faktoren wie Abfallbeseitigung sollen in diesem Jahr beachtet
werden. Anders als im letzten Jahr werden für die unterschiedlichen Ansprüche der
Teilnehmer des Marathon drei Strecken mit rund 32 km, 60 km und 90 km angeboten, die
leider nicht über Enzklösterle führen, was aber im kommenden Jahr zumindest bei den
beiden längeren Touren verwirklicht werden soll. Für die Zuschauer sollen spezielle
Streckenbereiche ausgeschildert werden, die besonders attraktiv sind. Um den Aufwand und
die Einschränkungen für den öffentlichen Verkehrsraum einzuschränken, werden alle drei
Strecken über die Ziegelhüttenstraße und den Radweg im Kurpark auf den Kurplatz
geführt. Die Kosten für den Marathon werden, soweit sie die reine Veranstaltung
betreffen, durch die Sog getragen. Die Stadt leistet Hilfestellung bei der Organisation
und der Durchführung.
Um ähnliche Probleme wie beim Saisonauftakt an Ostern zu vermeiden, soll zu den Deutschen
Meisterschaften im Downhill nur der Lizenzbereich (also der reguläre Teilnehmerkreis von
Deutschen Meisterschaften) zugelassen werden. Auf eine begleitende Veranstaltung für den
Hobbybereich wird entgegen ursprünglicher Planungen verzichtet, da unter anderem die
Parkplatzflächen für Zuschauer freigehalten werden sollen. Derzeit wird mit etwa 150 bis
200 Teilnehmern gerechnet. Die Kosten für die Deutsche Meisterschaft sind, soweit diese
bei der Stadt anfallen ( Ausrichtungsgebühr, etc.) im Haushalt entsprechend eingeplant.
Stadtrat Fritz Barth ( FWV) äußerte den grundsätzlichen Wunsch, dass ein begleitender
Radfahrerverein zur Entlastung des Ordnungsamts und der Verwaltung gegründet werden
solle.
Daraufhin lobte Wilhelm das große Engagement der Radsportabteilung der Calmbacher
Skizunft und vertrat die Auffassung, dass Entwicklungen zu einem begleitenden
Radfahrerverein von innen heraus kommen müssten und nicht erzwungen werden könnten.
Bruno Knöller (SPD) erscheinen die Vorbereitung sehr professionell und er freute sich,
eine Veranstaltung der Superlative, wie die ersten Deutschen Meisterschaften im Downhill,
in Bad Wildbad zu haben. Dieter Gischer (SPD) erkundigte sich bei der Verwaltung, warum
die Gespräche mit den Sicherheitskräften recht kurzfristig ( 5. Juli) geführt
worden seien. Ordnungsamtsleiter Wilhelm sah diesen Zeitraum für ausreichend an, da im
letzten Jahr schon ein Marathon statt fand, bei dem dieselben Vorkehrungen getroffen
werden mussten. Auch Stadtrat Joachim Borg (CDU) freute sich über die gute Vorbereitung
durch die Verwaltung, fragte aber lieber noch einmal nach, ob das Rahmenprogramm der Sog
auf dem Kurplatz schon feststehe. Wilhelm konnte ihn beruhigen und versprach, dass dem
Anlass und der Lokalität entsprechend angebrachte Musik gespielt werde. Des Weiteren
interessierte sich Borg für die Mithilfe von Schülern bei den Vorbereitungen zum
Marathon. Wilhelm erwiderte, dass die Arbeit der Stadt massiv von Vereinen, Helfern und
Schülern unterstützt werde, wofür von Seiten des Bürgermeisters Jocher ein großer
Dank ausgesprochen wurde. Stadtrat Günter Haag (CDU) wünschte sich eine bessere
Presseinformation im Vorfeld der Veranstaltungen als im Vorjahr.
Mit den beiden Veranstaltungs-Highlights soll das Image der Stadt als Zentrum für den
Radsport nach innen, also bei der Bevölkerung, und nach außen verbessert werden. Aber
auch die kleineren Veranstaltungen, wie das Downhillcamp vom 19. bis 22. Juli 2001, und
der King of Bikepark vom 4. bis 5. August 2001 tragen dazu bei, dass der Name
Bad Wildbad über Zeitungen, Fachpresse, Radio und Fernsehen positiv nach außen getragen
wird. Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für einen zweistündigen Beitrag im 3.
Fernsehprogramm, der im September ausgestrahlt werden soll.
Einstimmig konnte der Verwaltungs-, Sozial- und Fremdenverkehrsausschuss die
Unterstützung der vorgestellten Veranstaltungen beschließen. Des Weiteren soll die
Verwaltung beauftragt werden durch entsprechende Maßnahmen einen reibungslosen Verlauf
der Veranstaltungen sicher zu stellen.
Der zweite Tagesordnungspunkt befasste sich mit der Ablehnung des Zuschussantrages 2000
betr. Bikepark zur Projektförderung des Landes und den Konsequenzen für die in diesem
Jahr vorgesehenen Maßnahmen. Im Herbst letzten Jahres wurde über den Förderantrag
beraten und im Rahmen der Haushaltsberatungen mit Blick auf die Finanzlage der Stadt eine
Gesamtsumme in Höhe von 250.000 Mark für 2001 eingeplant. Hierbei waren Einnahmen in
Höhe von 125.000 Mark im Rahmen der Projektförderung im Tourismusbereich des Landes
Baden-Württemberg veranschlagt. In einem Schreiben vom 14. Mai 2001 wurde nunmehr
mitgeteilt, dass die beantragte Maßnahme nicht in den Bedarfsplan für die Förderung der
Tourismusinfrastruktur aufgenommen werden kann, da dem Wirtschaftsministerium nicht
ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stehen. Daraufhin wurde von der Stadt das
Maßnahmenpaket reduziert, um wenigstens die dringendsten Maßnahmen durchführen zu
können. Verzichtet wird nun auf den Holztrail (Downhill-Strecke mit Holzhindernissen) und
die Scooterstrecke ( Geländestrecke, die mit Rollern befahren werden kann).
Der Bau der Downhill-Strecke wird wegen Einsparungsmaßnahmen auch nur für Events und
nicht für den Dauerbetrieb geeignet ausgeführt. Maßnahmen, die zu einer Verbesserung
der Konfliktsituation zwischen Fußgängern und Bikern führen, wurden bereits fertig
gestellt, obgleich noch einige Punkte zur Realisierung anstehen. Hier will die Stadt laut
Wilhelm in zwei Schritten vorgehen, zum einen kurzfristige Maßnahmen zusammen mit dem
Betreiber und dem Kriegsblindenheim ergreifen, zum anderen langfristig eine Lösung
finden. Die Fertigstellung der Downhill-Strecke bis zur Bätznerstraße, die Ergänzung
der Sicherheitseinrichtungen, die Abschlussarbeiten an der Startrampe, die Ausweisung der
Dauermarathonstrecken und der Einbau von Steilwandkurven stehen noch aus.
Die Sog zeigte sich bereit, die Eigenbeteiligung um 20.000 Mark zu erhöhen und zahlreiche
Leistungen nicht in Rechnung zu stellen.
Stadtrat Bruno Knöller (SPD) war darüber erzürnt, dass das Land erst Anschubhilfe für
den Bikepark geleistet habe und die Stadt nun im Regen stehen lasse. Er wirft falsche
Landespolitik vor. Stadtrat Jörg Maisenbacher (UBKL) erkundigte sich, wie nun das Konzept
der Sog aussehe, ob die Biker nun in die Stadt aufgenommen würden oder nicht. Wilhelm
machte klar, dass das Konzept von Anfang an lautete, dass die Strecken an der
Mittelstation der Bergbahn enden und nie ein Dauerbetrieb der Talstation geplant worden
sei. Hanne Rau (UBKL) sprach sich gegen die Deckung der überplanmäßigen Ausgaben für
den Bikepark in Höhe von 7.000 Mark durch die Einsparungen bei den Bauausgaben der
Belüftung Kläranlage Calmbach aus.
Mit einer Gegenstimme konnte der getroffenen Reduzierung der Baumaßnahmen mit Blick auf
den Einnahmeausfall zugestimmt werden und gibt die restlichen Haushaltsmittel zur
Bewirtschaftung frei. Dem Ausschuss ist nach der Sommerpause eine detaillierte Abrechnung
vorzulegen. Die Deckung der wegen des Einnahmeausfalls fehlenden Finanzmittel in Höhe von
7.000 Mark erfolgt durch Einsparungen bei den Bauausgaben Belüftung Kläranlage
Calmbach.
Der dritte Tagesordnungspunkt beschäftigte sich mit der Erstellung und Ausweisung von
drei dauerhaft nutzbaren Marathonstrecken im Rahmen einer Radkarte Oberes Enztal.
Ordnungsamtsleiter Wilhelm erläuterte, dass es erklärtes Ziel der Stadt Bad Wildbad sei,
in der Region ein breites Angebot für Radtouristen und Radsportler zu schaffen. Hierfür
stehen bereits zahlreiche Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zur Verfügung,
doch sich schnell zu orientieren und zurecht zu finden, fällt den meisten Interessenten
und auch Einheimischen schwer. Des Weiteren bestehe von Seiten der Bevölkerung der
Wunsch, den sehr erfolgreichen Marathon so zu gestalten, dass die Strecke auch das ganze
Jahr über befahren werden kann, somit ein Angebot für Anfänger und Nicht-Profis
besteht. Erste Konzeptionen hierfür wurden mit Nachbargemeinden ( Höfen, Enzklösterle,
Schömberg) bereits ausgearbeitet. Um die gebotenen Möglichkeiten zum Radsport in einem
Druckwerk für die gesamte Region zu bündeln, stellt sich die Verwaltung die Realisierung
eines Flyers bis zur CMT 2002 als Appetithäppchen vor. Danach soll in einer
Mindestauflage von 5.000 Stück die Realisierung einer Radkarte in Angriff genommen
werden, die den Radfahrer auch zu Naturdenkmälern und Aussichtspunkten führt. Die Karte
soll das Gebiet vom Poppeltal im Süden bis zur Eyachbrücke im Norden, und vom Eyachtal
im Westen bis Schömberg oder Bad Teinach beinhalten. Der Verkaufspreis soll im Bereich
von 2,90 Euro liegen.